Pflegeangebot

Um in der heutigen Zeit dem pflegebedürftigen alten Menschen in der stationären Altenpflege gerecht werden zu können, brauchen alle Mitarbeiter ein gemeinsames Ziel. Alle Arbeitsstrukturen müssen unter diesem Ziel gesehen werden. Die Leitung des Landhaus im Laspert hat dieses Ziel definiert.
Unsere Arbeit steht unter dem Leitbild:Das Alter erleben, sich seinen Anforderungen und Problemen stellen, seinen Frieden und sein Glück genießen und darin einen Sinn finden, um in der Phase des Sterbens zufrieden loslassen zu können.

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Kurzzeitpflege

Das Landhaus im Laspert bietet zur Entlastung der Pflegenden zu Hause die Möglichkeit der Kurzzeitpflege an. Wir haben 4 Plätze, die zu diesem Zweck vergeben werden können.
Die Kurzzeitpflege wird von der Pflegekasse in der Regel bis zu 28 Tage im Jahr nach Antragstellung gefördert. Die Investitionskosten werden meistens vom Sozialamt übernommen, so dass für den Gast als Tagessatz nur der Betrag der Unterkunft und Verpflegung aufgebracht werden muss.
Der Gast wird in gleicher Weise wie alle vollstationären Bewohner aufgenommen, gepflegt und versorgt. Er nimmt an allen Aktivitäten des Hauses teil. Viele Gäste empfinden diesen Aufenthalt besonders im Sommer wie einen Urlaub. Die Zeit der Kurzzeitpflege kann einmal in einem Block oder in mehreren kleinen Zeiteinheiten angeboten werden.

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Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege ist ebenfalls wie die Kurzzeitpflege bei der Pflegekasse zu beantragen. Diese Unter- bringungsform benötigt eine eigene Begründung und kann erst nach der durchgeführten Kurzzeitpflege beantragt werden. Auch muss die Pflegebedürftigkeit seit mindestens einem Jahr festgestellt sein. Den Zeitraum bewilligt die Kasse nach eigener Entscheidung.
Die Kostenseite wird wie bei der Kurzzeitpflege abgewickelt. Auch der Gast zur Verhinderungspflege wird wie alle stationären Bewohner aufgenommen, betreut und gepflegt.

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Vollstationäre Pflege

Im Landhaus im Laspert leben zurzeit 60 Bewohner und Bewohnerinnen in 40 Einzelzimmern und 11 Doppelzimmern. Sie leben auf zwei Wohnbereichen, die sich je über zwei Etagen erstrecken.
Die Pflegearbeit findet im Regelkreis des Pflegeprozesses, in Anlehnung an das Lebensaktivitäten- modell von Nancy Roper statt.
Alle Informationen über einen Menschen in seiner aktuellen Lebenssituation (Lebensgeschichte und Kranken- geschichte) werden gesammelt. Pflegeziele werden gemeinsam mit dem Bewohner festgelegt. Pflegemaßnahmen, die zu diesen Zielen führen sollen, werden sorgfältig geplant und durchgeführt. Alles wird von den Pflegekräften dokumentiert.
In festgelegten Zeiträumen werden Ziele und Maßnahmen auf ihr Ergebnis und ihre Wirksamkeit hin überprüft und gegebenenfalls angepasst. Jedem Bewohner werden zwei Bezugspflegekräfte zugeordnet, die in besonderer Weise die Belange jedes einzelnen Bewohners beachten.
Die Durchführung der Pflege vollzieht sich in drei Schichten innerhalb von 24 Stunden. Die ständige Präsenz von Pflegefachpersonal ist gesichert, da wir die gesetzliche Vorgabe von 50% überschreiten. Die direkte pflegefachliche Aufsicht untersteht den ausgebildeten Wohnbereichsleitungen. Die gesamte Pflege wird von der Pflegedienstleiterin verantwortet.
Jeder Bewohner kann von seinem Hausarzt weiter behandelt werden. Wir stehen unter anderem in Kontakt mit Dermatologen, Neurologen, Gynäkologen, Psychiatern, Augenärzten und Zahnärzten, die nach der Wahl des Bewohners die Behandlung übernehmen können, wenn ein Facharzt hinzugezogen werden soll.

Der direkte, offene und respektvolle Umgang aller an der Pflege Beteiligten ist uns ein besonderes Anliegen. 

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Palliative Pflege

Genauso wie ein pflegebedürftiger, alter Mensch individuell gepflegt wird, ist der Prozess des Sterbens ein höchst individueller Prozess. Da die zum jetzigen Zeitpunkt sterbenden Menschen in nur wenigen Fällen in Form einer Patientenverfügung Aussagen zu diesem Abschnitt ihres Lebens gemacht haben, gilt in unserem Haus:

Das Leiden lindern und die erkenn- und erfahrbaren Bedürfnisse im Sterbeprozess in den Mittelpunkt der pflegerischen Situation stellen.

Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, ist Kommunikation eine der wichtigsten Aufgaben.

1. Der Kontakt zu Angehörigen, deren Möglichkeiten und Wünsche versuchen wir mit den Bedürfnissen des sterbenden Bewohners in Einklang zu bringen (Übernachtung, Menge der Besucher usw.).

2. Der behandelnde Hausarzt wird in kurzen Abständen über die Situation des Bewohners informiert. Benötigt der Bewohner spezielle Unterstützung, können die niedergelassenen Palliativmediziner hinzugezogen werden. Ebenso steht die Schmerzambulanz des Sanaklinikums durch Frau Dr. Ludwig zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

3. In der Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe Remscheid können Betroffene und Angehörige unterstützende Gespräche in Anspruch nehmen.

4. Der seelsorgerliche Beistand wird immer nach Wunsch, jedweder Religion kontaktiert.

5. Die körperliche Pflege legt in dieser Zeit einen besonderen Schwerpunkt auf die biografisch orientierte Pflege nach den Grundsätzen der basalen Sttimulation und wird durch die Arbeit der Beschäftigungstherapie zur Ansprache der Sinnesorgane mit aromatherapeutischen Maßnahmen unterstützt. Da bekannt ist, dass die Hörfähigkeit am längsten erhalten bleibt, findet die akustische Wahrnehmung eine besondere Bedeutung im Umgang mit dem Sterbenden.

6. Die Ernährung und die Flüssigkeitsversorgung werden mit allen beteiligten Berufsgruppen und den Angehörigen nach den Möglichkeiten des Bewohners abgesprochen.

7. Hat ein Bewohner eine Patientenverfügung für die Endsituation seines Lebens verfasst, ist dies die wichtigste Richtschnur für alle beteiligten Berufsgruppen.

8. Der Tote erfährt eine Versorgung nach der Richtlinie des Hauses, das heisst Ganzkörperwaschung mit Tageskleidung nach Wunsch. Das Abschiednehmen der Angehörigen wird abgesprochen.

Die Einweisung in ein Krankenhaus während des Sterbeprozesses soll nach Möglichkeit vermieden werden. In der Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen in der Pflege und den Angehörigen werden Wege zu einem individuellen, schmerzfreien und menschenwürdigen Sterbeprozess gesucht und auch gefunden.